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Leitprinzipien art, science & business



Territorien des In/Humanen
Lecture Series
, 2010



Symposium Design of the (In-)Human, 2009



Workshop with Hans Ulrich Gumbrecht, 2010



Reading Alena Williams Light is a Kind of Rhythm, 2010

Die Akademie

Seit 1990 fördert die Akademie Schloss Solitude als Stiftung des öffentlichen Rechts mit ihrem internationalen Stipendienprogramm junge Künstlerinnen und Künstler. Sie ist inzwischen zum Mittelpunkt eines internationalen Netzwerks junger Künstler aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik/Klang und Video/Film/Neue Medien geworden. Hunderte von Stipendiaten aus mehr als 90 Ländern nutzten die Akademie, um ihre Arbeiten und Projekte umzusetzen und weiterzuentwickeln. Mit dem Programm art, science & business bietet die Akademie seit 2002 zusätzlich zum regulären Programm jungen Wirtschaftsleuten und Wissenschaftlern die Möglichkeit, an diesem Netzwerk teilzuhaben und es zu erweitern.







Idee des Programms art, science & business

»Die Vernetzung zwischen den drei großen gesellschaftlichen Subsystemen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft ist eines der wichtigen Avantgarde-Themen der Gegenwart.« (Evaluationskommission, November 2004)

Das Programm art, science & business verfolgt das Ziel, den Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. Sie werden nicht als getrennte, sondern als komplementäre Aktivitäten verstanden, die dynamisch aufeinander einwirken und sich gegenseitig befruchten. Für einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten werden junge Menschen aus den Bereichen der Wissenschaft und Wirtschaft aufgenommen, denen daran gelegen ist, außerhalb ihres eigenen Arbeitsbereiches auch andere Tätigkeitsfelder kennen zu lernen. Im geistig produktiven und architektonisch wie landschaftlich reizvollen Ambiente der Akademie Schloss Solitude wird den Teilnehmern des Programms art, science & business die Möglichkeit geboten, Künstlern der Akademie in Kontakt zu treten und gemeinsame Projekte zu erarbeiten. Die Nähe des »Anderen«, die Konzentration vor Ort und die Infrastruktur des Hauses sind hierfür exzellente Ausgangsbedingungen.
Das Umfeld der Kunst, die als Seismograph gesellschaftliche und technologische Entwicklungen stets früh aufspürt, begünstigt jede Form von prospektivem Denken. Dies führt zu einer Bereicherung, die individuell und institutionell neue Denk- und Arbeitsweisen erschließt. Die Interaktion von Menschen mit unterschiedlichen Horizonten, der Transfer von Wissen und Erfahrung zwischen den Disziplinen sind die Basis für Synergien aus Kreativität, Erfindungsgeist und Management. Qualifizierte Kommunikationsmöglichkeiten sind somit zentrale Werte des Programms: Dadurch wird die Akademie zu einem Ort, an dem die Stipendiaten Teil eines neuen Netzwerkes sind und ihre Arbeit neue Impulse erfährt.







Stipendium und Gastaufenthalt

Im Rahmen des Programms art, science & business werden Anwesenheitsstipendien an Nachwuchswissenschaftler und jungen Menschen aus der Wirtschaft vergeben. Seit Herbst 2002 hat die Akademie über 60 Stipendiaten aus Wissenschaft und Wirtschaft gefördert. Erstmalig wurde in der Bewerbungsrunde 2006 das Programm art, science & business in die Jurierung aufgenommen, integriert wurden die Sparten Wirtschaft/Wirtschaftswissenschaften, Geistes- und Naturwissenschaften. In der Regel sollten die Bewerberinnen und Bewerber nicht älter als 35 Jahre sein. Bewerben können sich junge Wissenschaftler und Manager (selbständig oder über ein Unternehmen) mit einem eigenen Arbeitsvorhaben oder einem Projekt, das sich an dem von der Akademie aktuell vorgeschlagenem Thema orientiert. Es besteht des Weiteren die Möglichkeit, Gäste (ohne Altersbegrenzung) in Absprache mit Hochschulen, Forschungsinstitutionen oder Unternehmen aufzunehmen. Dieses Angebot eignet sich insbesondere für so genannte Sabbaticals.







Aktivitäten und Projekte

Seit 2003 hat die Akademie ihr Programm art, science & business um folgende Themen organisiert: »Erinnern und Vergessen«, «Bild und Visualisierung« und »Handeln mit der Angst«. Zu diesen Schwerpunktthemen wurden Stipendiaten ausgesucht, Veranstaltungen organisiert und Publikationen veröffentlicht. Darüber hinaus initiierten Stipendiaten und Gäste weitere Projektthemen wie »Typologie des Auftritts«, »Arbeitsräume in Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst« und »Fetisch + Konsum«, die interdisziplinär erarbeitet wurden. Für die Jahre 2009 bis 2011 lautet das Schwerpunktthema »Design of the (In-)Human«.

Das Programm art, science & business lässt einen großen Spielraum für unterschiedliche Formen der Teilnahme. Wissenschaftler und Manager können an längeren Artikeln, Buchprojekten oder der Redaktion von Forschungsergebnissen arbeiten. Auf Initiative von Stipendiaten finden interne und öffentliche Veranstaltungen statt. Im Rahmen von Symposien, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Ausstellungen treten die Schnittmengen von Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft deutlich hervor und regen den Austausch über Disziplingrenzen hinweg an. Wissenschaftler und junge Menschen aus der Wirtschaft mit spezifischen Aufgaben können von ihrem Unternehmen an die Akademie entsandt werden; Bewerber können ihrerseits eigene Vorschläge für Kooperationen einbringen. Die Aufnahme von Gastwissenschaftlern von Instituten in und um Stuttgart in das Programm erfolgt leicht. Auch überregional und international haben sich Kooperationen herausgebildet: Die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (seit 2002), der ICN Business School in Nancy (seit 2003), dem Collège international de philosophie in Paris (seit 2004), der Universität Konstanz (seit 2009) und der Zeppelin University, Friedrichshafen (seit 2010) ist bereits erfolgreich etabliert.







Ausblick

Das Programm art, science & business wurde von 2002 bis 2005 als Pilotprojekt durch die finanzielle Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg ermöglicht. Im Herbst 2004 wurden das Programm und dessen Umsetzung im Rahmen einer umfangreichen Untersuchung durch eine externe Kommission im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg evaluiert. In ihrem Bericht stellte die Kommission u. a. fest, dass »die Durchführung der Projekte ein Musterbeispiel erfolgreichen interdisziplinären Arbeitens ist. [...] Das Pilotprojekt ist nach unserer Ansicht so hervorragend angelegt und so erfolgreich verlaufen, dass es sich lohnt, es nicht nur fortzusetzen und in ein Dauerprogramm zu überführen, sondern in den nächsten vier bis fünf Jahren in erheblichem Maße fortzuentwickeln.«

Seit dem Jahr 2006 ist das Programm in die allgemeine Förderarbeit der Akademie integriert: Die Stipendien des Programms art, science & business werden im Rahmen der zweijährigen Ausschreibung der Akademie von drei Juroren für Wirtschaft/Wirtschaftswissenschaften sowie Geistes- und Naturwissenschaften ausgewählt. Die Akademie organisiert für die Jahre 2009 bis 2011 auf Anregung des Juryvorsitzenden Philip Ursprung ihr Programm art, science & business um das Thema »Design of the (In-)Human«.










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